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SEO-Wissen · verständlich erklärt

SEO-Audit Schritt für Schritt

Ein SEO-Audit ist die systematische Überprüfung einer Website auf technische, strukturelle und inhaltliche Fehler. Ziel ist eine priorisierte Maßnahmenliste: Was verhindert Auffindbarkeit, was erschwert die Nutzung und welcher Schritt bringt zuerst messbaren Nutzen?

Darum geht es

Sie können den Ablauf mit vier klaren Schritten selbst durchführen. Arbeiten Sie von der technischen Erreichbarkeit über Geschwindigkeit und Inhalte bis zur internen Struktur und halten Sie jede Feststellung mit URL, Ursache, Priorität und nächster Maßnahme fest.

Fachliche Ausgangsdaten

Starten Sie mit einem vollständigen URL-Inventar, dem aktuellen XML-Sitemap- und robots.txt-Stand sowie einem Abruf der Search-Console-, PageSpeed- und Rankingdaten. Notieren Sie für jeden Befund URL, Status, Ursache, Auswirkung, Priorität, Verantwortliche und den Termin der Nachmessung.

Schritt 1: Technische Basis prüfen (Crawl)

Crawlen Sie die Website mit Screaming Frog. Nutzen Sie die Google Search Console ergänzend für Indexierungsberichte, Sitemaps und Suchdaten. Filtern Sie zuerst 4xx- und 5xx-URLs, 404-Fehler, Weiterleitungsketten und -schleifen. Prüfen Sie außerdem, ob wichtige URLs durch robots.txt, noindex oder ein falsches Canonical von der Indexierung ausgeschlossen werden. Öffnen Sie Stichproben im Browser und dokumentieren Sie URL, Statuscode, Ursache, Ziel und verantwortliche Vorlage.

Schritt 2: Core Web Vitals und Geschwindigkeit messen

Messen Sie wichtige Seitentypen in PageSpeed Insights – jeweils mobil und Desktop. Prüfen Sie LCP, INP, CLS und TTFB und unterscheiden Sie Felddaten von Labordaten. Beheben Sie zuerst die größten Engpässe: Bilder passend dimensionieren und komprimieren, Layoutflächen reservieren, render-blockierende Ressourcen reduzieren und unnötige Drittanbieter-Skripte entfernen. Messen Sie nach jeder Änderung dasselbe Template erneut.

Schritt 3: OnPage- und Content-Audit durchführen

Exportieren Sie pro indexierbarer URL Titel, H1, Canonical, Statuscode und den relevanten Inhalt. Markieren Sie Thin Content, doppelte oder nahezu doppelte Seiten und Lücken zur Suchintention. Prüfen Sie, ob jede Suchaufgabe eine eindeutige Zielseite hat, ob die Keyword-Abdeckung fachlich vollständig ist und ob Inhalte veraltet sind. Überarbeiten, bündeln oder entfernen Sie Seiten anhand ihres Nutzens – nicht nur, um mehr Text zu erzeugen.

Schritt 4: Interne Verlinkung und Struktur prüfen

Erstellen Sie aus dem Crawl einen Linkgraphen und suchen Sie nach verwaisten Seiten: URLs, die in Sitemap oder Datenbestand stehen, aber keinen internen eingehenden Link haben. Prüfen Sie wichtige Seiten auf kurze, nachvollziehbare Klickpfade, passende Breadcrumbs und beschreibende Ankertexte. Entfernen Sie Links auf 404- und Weiterleitungsziele und verlinken Sie direkt auf die kanonische URL. Crawlen Sie nach der Korrektur erneut.

Werkzeuge im Überblick

Fünf Werkzeuge für ein SEO-Audit
WerkzeugWofür Sie es einsetzenAudit-Ergebnis
Google Search ConsoleIndexierungsstatus, Sitemaps, Suchanfragen und erkannte Probleme prüfen.URL- und Suchdaten für Priorisierung
Screaming FrogLinks, Statuscodes, Weiterleitungen, Canonicals, Meta-Daten und Direktiven crawlen.Export der technischen URL-Fehler
XOVIRankings, Sichtbarkeit und Keyword-Zielseiten vergleichen; Lücken und Kannibalisierung markieren.Priorisierte Themen- und URL-Liste
PageSpeed InsightsCore Web Vitals sowie Labor- und Felddaten für mobile und Desktop-Templates messen.Konkrete Geschwindigkeitsmaßnahmen
Maßnahmen- und Reporting-BoardMaßnahmen, Verantwortliche und Nachprüfungen an einem Ort dokumentieren.Nachvollziehbarer Audit-Backlog

Audit-Ergebnis festhalten

Aus dem Audit sollte keine unpriorisierte Fehlerliste entstehen. Übertragen Sie jeden Befund in eine Maßnahmenliste und bewerten Sie ihn nach Auswirkung auf Indexierung, Nutzererlebnis, Relevanz und Geschäftsziele.

  • URL und konkrete Beobachtung festhalten.
  • Ursache statt nur Symptom dokumentieren.
  • Priorität, Verantwortliche und Termin vergeben.
  • Nach der Umsetzung mit Crawl, Browserprüfung und Suchdaten kontrollieren.

Primärquellen und Aktualitätscheck

Die Prüfschritte orientieren sich an den aktuellen offiziellen Dokumentationen. Vor einem Audit sollten Sie die verlinkten Quellen auf Änderungen prüfen und das Abrufdatum im Prüfprotokoll festhalten.

Sven Hauswald, SEO-Experte und Gründer von WebSeo

Autor

Geschrieben von Sven Hauswald

SEO-Experte seit 2006. WebSeo verbindet technische Analyse, verständliche Inhalte und messbare nächste Schritte für Unternehmen.